Wie ihr aus dem Titel schliessen könnt haben
wir ein wichtiges Zwischenziel erreicht: Die
Grenze zwischen Thailand und Laos. Wir haben
in Thailand 775 km zu Fuss zurückgelegt, 10
Provinzen durchquert und durften mehr erleben
als in ein Buch passt. Ich kann unmöglich all
dies mit euch teilen weil a) wir keine Zeit
zum Wandern mehr hätten und b) ich die
Blogeinträge kurz und verdaubar halten will.
Aber dies ist ein guter Zeitpunkt für eine
kleine Rückblende um ein paar dieser Erlebnisse
zu schildern (in keiner speziellen
Reihenfolge).
Wir hatten sehr unterschiedliche Begegnungen
mit der thailändischen Polizei. Der besoffene
Beamte, der sich am "Kein Alkohol am Steuer"
Schild festklammerte und stotterte, dass wir
ihn anrufen können wenn wir Hilfe brauchen.
Es war morgen und ich bin mir ziemlich
sicher, dass er nicht zur Station
spazierte... Überflüssig anzumerken, dass wir
ihn nie kontaktiert hätten - die Gefahr bei seinem
Herbeieilen überfahren zu werden wäre grösser
gewesen als jede andere denkbare... In Nan
wurden wir von zwei uniformierten und
ordenbehängten Christbäumen gewissenhaft
angehalten ohne zu wissen was wir verbrochen
haben. Es stellte sich heraus, dass sie ein
Foto von der zeremoniellen Übergabe
ihrer Telefonnummer schiessen wollten.
Unsere Freunde von der Polizei...
Unser "Lieblingspartytrick" in Thailand (funktioniert auch prächtig in Laos) ist, dass wir wahllos Leute meinen 25 kg schweren Rucksack aufheben lassen. Manche konnten ihn nicht einmal hochheben, andere schlugen fast Vorwärtssalti beim Versuch. Die Laute, die sie während und vor allem nach der Aktion von sich geben, ist ein Genuss. Begleitet von wildem Klatschen und abenteuerlichen Grimassen.
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Schöne Abschlussnacht in Thailand...
Obwohl Laos und Thailand Nachbarländer sind unterscheiden sie sich doch extrem. Erstens ist die Natur in weiten Gebieten Thailands (leider) alles andere als intakt. In Laos hingegen gibt es dicht bewaldete Hügelzüge so weit das Auge reicht. Der unberührte Dschungel beherbergt eine rieseige Anzahl von Wildtieren - einfach magisch. Augenfällig ist auch die viel grössere Armut in Laos. Alle Menschen, die wir in Thailand getroffen haben, hatten fliessendes Wasser im Haus. Dies scheint im ländlichen Laos eher die Ausnahme zu sein. In grossen Eimern wird es hinter dem Haus aufbewahrt. Aufgefüllt werden diese am Fluss oder beim Dorfbrunnen. Die Kinder tragen normalerweise sehr gut gebrauchte Kleider, meist ziemlich schmutzig. Toiletten sieht man kaum neben den Bambushütten... Aber trotz allem (oder vielleicht eben darum): Sie und ihre Eltern scheinen glücklicher mit sich und ihrem Leben als viele in der Schweiz...
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Schmetterling und Morgenstimmung in Laos. Unten: dichter Dschungel
Es ist unschwer zu erraten, dass der thailändische Luxus mit Supermärkten, Restaurants, Häusern zum Übernachten und Hotels nun vorbei ist. Wir tragen Vorräte mit uns und schlafen im Zelt. Dies bedeutet schwerere Rucksäcke und Nächte mit 2 - 4 Stunden Schlaf (wegen der Hitze) in sehr hügeligem Terrain. Die höhere physische Belastung wird noch von einer psychischen begleitet, ausgelöst durch die mögliche Präsenz von Blindgängern. Um ein Nachtlager aufzuschlagen müssen wir von der Strasse weg. Vorzugsweise versteckt falls ein Spinner (die es in jedem Land gibt) sich in der Gegend herumtreibt. Das heisst vorsichtig gehen, Augen weit offen halten und zu dichtes Unterholz vermeiden. Einen Hering Millimeter für Millimeter in den Boden zu drücken verkommt zu einer Art russischem Roulette. Wenn er irgendwo ansteht gibt es nur eine Option: rückwärts und an einem anderen Ort versuchen. Den Hering in eine verborgene Bombe zu schlagen könnte tödlich sein. So erfahren wir zum ersten Mal hautnah was es heisst mit dieser Last zu leben. Mit einem wichtigen Unterschied: Wenn die Situation zu gefährlich ist haben wir die Mittel und Möglichkeiten in eine sichere Umgebung zu flüchten. Die Einheimischen nicht.
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Morgenstimmung über einem Reisfeld und eines unserer Camps, gut versteckt
Zusammengefasst: bis jetzt ist Laos wunderschön. Wandern ist viel anstrengender geworden aber wir sind mittlerweile gut trainiert. In vier Tagen haben wir 125 km und 4000 Höhenmeter bewältigt. Die neuen Herausforderungen geniessen wir und freuen uns auf das weitere Entdecken dieses Landes und seiner Leute.
Ausblick von einem der zahlreichen Pässe...
Noch eine Schlussnote: Wir haben nun offizell ein PC Konto für Spendierwillige ohne Kreditkarte. Zugang dazu hat einzig und alleine mein Bruder Roman. Er wird die Spenden weiterleiten. IBAN: CH79 0900 0000 2513 1893 4 PC-Konto Nr: 25-131893-4 Adresse: Roman Wettstein, Bachstrasse 14, 5612 Villmergen
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Wir wandern 5000 km quer durch Südostasien um Geld für MAG
(Mines Advisory Group) zu sammeln. Es wird verwendet um Laos,
Kambodscha und Vietnam von Minen zu befreien. Wenn dir das Projekt und
der Blog gefällt dann teile ihn doch mit Freunden, Kollegen und
Bekannten. Über Spenden via JustGiving oder dem PC Konto 25-131893-4 (IBAN CH79 0900 0000 2513 1893 4) würden wir uns natürlich sehr freuen. Vielen Dank für die Unterstützung!
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